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16.12. wieder in Deutschland

am 16.12.2006 in USA von Tino Dietel

Nun bin ich wieder da – große Freude aller Orten, ganz besonders aber bei mir. Nun stürze ich mich ins Singleleben – ganz neues Gefühl!

Natürlich bin ich nicht plötzlich hier angekommen, sondern es dauerte eine Weile. Also der Reihe nach: Am Mittwoch gab es noch ein gemeinsames Essen mit 2 Kollegen. Ein nettes Restaurant, dass sich vor allem auf Latain-Amerikanisches spezialisiert hatte war das Ziel und in einer Gegend gelegen, die wir bisher nur aus der CTA (S/U Bahn) gesehen hatten. Uns wurde aber versichert, dass es dort jetzt viiieeel sicherer sei als noch vor einigen Jahren. Sehr beruhigend!
Das Essen war lecker und der Cocktail lecker. Ausserdem gabs noch einen guten Rotwein und interessante Infos über die US-Kultur für uns, und über die Deutsche für die Kollegen.
Anschließend sind wir noch in eine Bar gegangen um endlich mal amerikanisches Bier zu testen. Ronny versuchte ein Weißbier, dass wohl aber scheinbar eher eine Limo war. Ich versuchte ein schwarzes, dass ganz passabel war – ich blieb dann auch dabei – besser keine Experimente. Gut geschmiert wurden die Zungen und damit die Gespräche lockerer – ich hoffe nur ich hab mich nicht zu sehr verquatscht. Sich auf eine fremde Sprache, saubere Aussprache und sinnvolle Gesprächsinhalte zu konzentrieren – unter Einfluss einer lustigen Mischung von Mojito, Rotwein und Schwarzbier – ist nicht ganz leicht.
Zu später Stunde haben wir noch das Abenteuer einer Taxifahrt erleben dürfen – so abenteuerlich wie befürchtet war es dann aber noch nicht.

Donnerstag war es dann nochmal etwas stressig, weil einige Fehlerchen und Probleme zu beheben waren – man möchte sich ja nicht sagen lassen, man habe etwas liegen lassen. Die Verabschiedung war dann herzlich und teilweise recht emotional. Kathrin, eine Kollegin, die als freie Mitarbeiterin auch nur Zeitweise dort war ist eine gute Freundin geworden, mit der ich über alles sprechen – ähm schreiben – konnte. Ich hoffe wir schaffen es auch über tausende Kilometer in Kontakt zu bleiben.

Zurück in den Presidential Towers funktionierte mal wieder das Internet nicht – am letzten Abend. Eine Verabschiedung, die also nochmal ins Gedächtniss rief was uns am meißten genervt hatte – kaum vorhandene Ausfallsicherheit der US Amerikanischen Internetverbindung.

Freitag war dann alles bereit für die Abreise. Leider mussten wir eine Ladung offene, nicht aufgebrauchte Lebensmittel wegwerfen – Vorschriften! – konnten den Putzen aber auch noch einiges stehen lassen.
Ich war 9 Wochen zuvor mit einem Koffer und einem Rucksack angereist – zur Abreise war noch eine Reisetasche dazu gekommen. Koffer und Tasche waren bis zum bersten gefüllt und den ganzen Krams zur U-Bahn-Station zu schleppen war eine Plackerei.

Auf dem Flughafen selbst gab es wenig spannendes. Das boarding verschob sich etwas weil der Flieger zu spät eintraf. Interessant wurde es dann aber im Flugzeug. Der Start verschob sich noch mehr und irgendwann bemerkte ich um den linken Flügel allerlei Feuerwehr, Sicherheitspersonal, Techniker, und und und – ausserdem eine große Pfütze unter der Tragfläche.
Wie sich später herausstellte hatte einer vom Bodenpersonal, der für die Betankung zuständig war, sein Fahrzeug bestiegen um loszufahren. Dumm nur, dass der Einfüllstutzen noch im Flugzeug steckte und dann abriss.
Der Schaden musste begutachtet werden bevor wir abheben konnten. Ein etwas ungutes Gefühl blieb. Was wenn es einen Funken gegeben hätte? Wie kann einer so bekloppt sein und warum wird so etwas wichtiges nicht von 2 Leuten erledigt die sich gegenseitig von solchem Schwachsinn abhalten?

Wie auch immer, wir konnten etwas verspätet abheben, den Blick auf das bei Nacht beleuchtete Chicago genießen und den Heimflug antreten.

Von Europa sahen wir als erstes kleine Dörfer in Irland, die wie kleine leuchtende Punkte unter uns verteilt waren. Nach und nach gab es immer größere Punkte und Flecken und wenig später kamen wir in Frankfurt am frühen Morgen heil an.

Eine kurze Zugfahrt später war ich dann endlich wieder in Erfurt, bei normalen Leuten, gutem Essen und meiner nun irgendwie ganz winzig wirkenden Wohnung.

Ich weiß nicht, ob ich 2 Monate Chicago jetzt schon zusammen fassen sollte. Erfahrungsgemäß wirkt im Rückblick mit etwas Abstand alles viel positiver. Jetzt bin ich einfach nur froh es geschafft zu haben. Die Arbeit ist erledigt, der Auftraggeber allem Anschein nach zufrieden und im Grunde gab es keine schlimmen Vorkommnisse – nur nervende. Ausserdem andere Geschmäcker, Ansichten, Weltanschauungen und Arbeitsweisen. Dazu aber auch neue Erfahrungen, Blickwinkel, Bekanntschaften und eine neue Freundschaft.

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