Manche haben mich gefragt, wie es denn dort wo ich arbeite so ist, wie die Leute da sind, und ob ich Fotos vom “Büro” habe. weiter »
28.10. – Sightseeing
Ab hier geht’s mit den Beiträgen wieder aktuell weiter. Also keine Rückblicke mehr wie in den letzten 3 Eintragungen.
Das ist nun das 2. Wochenende hier in Chicago. Da heute – am Samstag – das Wetter mit Sonnenschein und 12° ungewöhnlich gut war, haben wir uns dazu entschieden mal Richtung Park und “Museum Campus” zu gehen. Das aber erst Nachmittag.
Mittag haben wir zum ersten mal richtiges Essen gekocht (Nudeln mit Ketchup und Käse oder TK Pizza zahlen nicht). Es gab dann Schnitzel mit Reis und Jägersauce.
Sattgefuttert ging’s dann also los. weiter »
22.10. – Chicago Marathon
Sonntag am ersten Wochenende in den Staaten.
In der Woche komme ich nicht wirklich oft raus. Frühs 15 Minuten zu Fuß auf Arbeit, Abends wieder 15 zurück. Eventuell noch einkaufen. Auf Arbeit gibt es kein Tageslicht und so muss man irgendwann mal raus.
Heute bot sich nun eine Gelegenheit, für die man auch bei den verdammt niedrigen Temperaturen gern mal raus geht. Es sind hier nämlich an diesem Wochenende 5°C und es weht ein steifer Wind – Windy City halt. Also heute fand der Chicago Marathon statt. Start war 8 Uhr, die Strecke begann und endete im Grant Park an der Küste und führte dann in mehreren Schleifen durch den inneren Stadtbereich.
Wir hatten uns die Ecke Franklin und Adams St. ausgesucht an der die Läufer (und Rollstuhlfahrer) genau auf uns zu kamen um dann westwärts abzubiegen. Eine optimale Stelle für Fotos also – wenn es nur nicht so bewölkt gewesen wäre. Ohnehin dringt in die Straßen zwischen den Hochhäusern wenig Licht. So war es aber noch schwieriger vernünftige, scharfe Fotos zu schießen.
Wir mussten fast eine Stunde warten bis als erstes die Rohlstuhlfahrer angeschossen kammen, wenig später eine Gruppe afrikanischer Läufer, die das Rennen erwartungsgemäß von Anfang an dominiert haben mussten. Alle Fahrer und Läufer wurden von den Zuschauern frenetisch bejubelt und angefeuert. Als dann so nach und nach das Hauptfeld eintraf (20tausend Läufer sollen es wohl gewesen sein) waren auch immer wieder Spaßvögel dabei, die das Publikum anfeuerten die Läufer noch mehr anzufeuern. Wahrscheinlich waren das Anheizer, die nur einen Teil der Strecke mit liefen. Bei entschied sich nämlich auch plötzlich einer der Streckenposten für Laufklamotten (die er zum Glück schon drunter hatte) und lief mit.
Wie auch immer – die Stimmung war großartig. Das sogar obwohl es so kalt war, dass ein Mädel neben mir zitterte wie Espenlaub und ich nach 2 Stunden in der Kälte wegen der steif gefrorenen Finger die Kamera kaum noch bedienen konnte. Irgendwann haben wir uns entschieden, dass es im Apartment doch angenehmer ist. Dumm nur, dass wir auf der falschen Seite der Strecke standen und nochmal gut eine Stunde warten mussten bis das Läuferfeld so dünn geworden war, dass wir ohne jemanden zu behindern die Straße überqueren konnten.
Interessant waren übrigens auch die Sponsoren: Starbucks (Kaffee für die Läufer???), Energizer (pinkfarbene Bunny-Ohren für die Zuschauer) und VW. Deutsche Autos also vor eine Marathon in Chicago.
Am Ende (und das haben wir erst im TV gesehen) ist dann der Kenianer Robert Cheruiyot zwar Sieger geworden, aber beim Überqueren der Ziellinie ausgerutscht, mit den Füßen voran durchgerutscht und hat sich dabei so verletzt, dass er ins Krankenhaus musste. 140.000$ Preisgeld werden ihm aber sicher ein Trost gewesen sein.
An der Stelle grüße ich mal Ralf ganz besonders, der in Berlin mit gelaufen ist, die Kenianer aber auch nur von hinten gesehen hat. Vielleicht kann ich ja nächstes Jahr in Berlin mal dabei sein – nicht als Läufer, sondern als Zuschauer, Anfeuerer und Fotograf versteht sich ;-)
Bilder vom Marathon gibts in der Galerie, und hier eine kleine Auswahl:
20.10. – vom Geld ausgeben
Internet ist beantragt. Da heute Freitag ist wurden wir schonmal auf Montag vertröstet. Die Preise sind gut gewürzt: 50$ pro Monat + einmalig 50$ für die Installation.
Bis dahin nutze ich gelegendlich eines der freien WLANs. zur Prime-Time zwischen 19 und 21 Uhr ist da aber was zu machen.
Essen muss der Mensch auch und weil immer Fast-Food nicht so das wahre für Körper und Brieftasche ist müssen wir uns selbst versorgen. Unten im Haus ist ein kleiner – und recht teurer – Markt, 3 Minuten zu Fuß dann noch ein Dominick’s. Da ist’s eine Tick günstig. Ein Stück Butter z.B. kostet ab 4$ und eine Tüte Nudeln gibt es nicht unter 1$.
An die Preise muss man sich aber ohnehin in mehrfacher Hinsicht gewöhnen. Einerseits ist ein Doller nicht = ein Euro – tatsächlich nämlich nur rund 80Euro-Cent. Andererseits kann man auch auf die Preise, die an den Waren stehen nix geben. Da kommen noch Steuern drauf – einmal fürs Land und dann noch für die Stadt. So kostet der QuarterPounder with Cheese im Restaurant mit den goldenen Bögen auf der Tafel $ 2,90 – bezahlen darf man aber $3,20 was dann wieder 2,53€ entspricht – alles klar?
Interessant ist übrigens: dass man zwar Erdnussbutter von zig Herstellern in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Packungsgrößen bekommt, aber die Haselnusscreme nur von einer Marke (ja genau – die in D bekannteste), in kleinen Gläsern und recht teuer auch noch. Ich wünscht mir es gäbe hier den leckeren Tornado aus dem Globus-Markt.
Beim Einkauf nochmal richtig sparen kann man übrigens mit Kundenkarten. Direkt beim ersten Einkauf wurde uns eine aufgeschwatzt und so haben wir gleich insgesamt noch 32% gespart. Z.B. gibt es die Pizza günstiger wenn man 4 nimmt, das Toastbrot bei 2′en und halt Sonderangebote. Praktisch, dass einem an der Kasse alles in Tüten verpackt wird und man mit Karte (“Credit or Debit” – “Slide your Card please”) bezahlt. Da merkt man erst zu Hause was man alles gekauft hat.
Debit-Cards sind übrigens Karten mit Guthaben. So eine im wert von ganzen 10$ haben wir als Begrüßungsgeschenk (und Köder) für den Supermarkt im Haus bekommen. “Slide your Card please” – alles klar – und ab mit dem Ding in den Müll.
19.10. Grüße aus Chicago,
Die nächsten Einträge werden etwas geschummelt sein. Wir hatten eine Wochen kein Internet und deshalb gab es keine Einträge im Blog – ich trage die einfach nach und schreibe dann wenns wieder in “Echtzeit” weiter geht.
Die letzten Tage waren “quite busy”.
Nach 2 Nächten im Marriott konnten wir heute schon ins Apartment umziehen. Das spart der Firma zwar einerseits einiges an Geld, ist aber auch für uns deutlich bequemer. Hier in den “President Towers” haben wir eine Wohnung mit großem Wohnzimmer, Küche, 2 Bädern und 2 Schlafzimmern. Ronny hat dankenswerter Weise das kleinere von beiden genommen. So habe ich jetzt nicht nur ein großes Bett, Schreibtische und TV, sondern auch noch eine Wäschekommode, etwa 4 laufende Meter Kleiderschränke und ACHTUNG: einen begehbaren Kleiderschrank der beinahe so groß ist wie einst meine Studentenbude in Schmalkalden (die ich mir auch noch mit einem Kommilitonen teilen musste).
Die Küche ist mit Herd, Backofen, Kühlschrank, Toaster, Kaffeemaschine und allem an Geschirr, Besteck und Kochgerätschaften ausgestattet was man sich wünschen kann. Was noch fehlte waren die Lebensmittel – abgesehen von dem kleinen Begrüßungskörbchen welches wir vorfanden.
Internet ist nicht da – jedenfalls nicht direkt. Die Luft ist gefüllt mit etwa 20 WLANs – abhängig vom Standort in der Wohnung. Die meißten sind natürlich verschlüsselt, manche aber auch frei zugänglich. Bandbreite und QoS ist da aber nicht zu erwarten. Wir müssen uns also um einen Netzwerkanschluss bemühen. Morgen wollen wir checken ob es die Firma bezahlen wird.
